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Was ist "Gestalt"?


Die "Gestalt" - eine Art Kosename für Gestaltarbeit - ist ein in der Dialogischen Philosophie und der Tiefenpsychologie gründender Ansatz in der Arbeit mit Menschen. Sie ist an Bewusstheit und konkreter Erfahrung orientiert. Sie ist ganzheitlich und geht vom Hier und Jetzt aus. 

"Gestalt" basiert auf der wissenschaftlichen Erkenntnis, dass wir ganz automatisch darum bemüht sind, unsere gesamte Wahrnehmung sinnvoll zu ordnen. Wir bilden aus allem, was wir wahrnehmen, "Gestalten", ein Gesamtbild, das uns hilft, uns zurecht zu finden.
Wenn wir, wie so oft im Leben, etwas "nicht zusammenkriegen", läßt sich das ganz wörtlich verstehen: Dann gelingt es uns nicht, ein Ganzes zu bilden und den Sinn des Ganzen zu erfassen. Wir kriegen es - mitunter heftig und energiezehrend - mit sogenannten "offenen Gestalten" zu tun. Diesen offenen Gestalten können wir uns mit therapeutischer Hilfe zuwenden. 

Gestaltarbeit stellt dabei nicht die Anwendung von Techniken zum Ziel eines neuen Verhaltens in den Vordergrund, sondern "Gewahrsein" (Bewusstheit) und Begegnung, welche Veränderung mit sich bringen: Offene Gestalten schließen sich und können in den Hintergrund treten. Es entsteht wieder Freiraum.

In den 1950er Jahren ist "Gestalt" aus der Psychoanalysekritik heraus als eine der damals neuen humanistischen Therapieformen entstanden.
Heute wird sie als weit verbreiteter Ansatz in der Psychotherapie, wie auch in Beratung, Supervision und Pädagogik angewandt und läßt im Kern die Essenz vieler spiritueller Wege, das Sein, erkennen.

"Gestalt" ist neben aller konkreten therapeutischen Arbeit letztlich eine heilsame Haltung. Sie bedeutet eine Ausrichtung auf Kontakt und Gewahrsein in Bezug auf mich selbst und meine Umwelt. Eine Ausrichtung darauf, mich so bewusst wie möglich zu spüren und anzunehmen, mein Leben wach zu gestalten und zu leben, Zugehörigkeit, Stimmigkeit, Selbstverantwortung und Grenzen zu erleben - Ich zu sein, einem Du zu begegnen, dadurch zu wachsen und mich als Teil der Welt zu begreifen, in der ich lebe.

Der Gestaltansatz bietet mit der Arbeit im und am Kontakt und über den Weg der Anerkennung dessen, was ist konkret erfahrbare therapeutische Hilfe in Krisen, Entscheidungs- und Entwicklungsprozessen und zu allen Themen des Lebens.